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aus "bayern spezial" Winter 2005
Bad Kohlgrub:
Wanderung zum Hörnle und Urihof
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Die Faszination des Winterwanderns begeistert uns schon seit einigen Jahren. Ohne großen Aufwand, einfach nur mit warmer Kleidung, Wanderschuhen und -stöcken haben wir seitdem so manch traumschöne Tour erlebt. Weil inzwischen immer mehr Leute auf den Geschmack gekommen sind, findet man an zahlreichen Bergen der Voralpenregion gut gespurte und ausgetretene Pfade im Schnee vor. Damit wird das Gehen noch leichter und die Orientierung ist kein Problem - man braucht eben nur der Spur zu folgen. Einer dieser Winterklassiker ist die Tour auf das Hörnle. Die Route beginnt rechts neben der Hörnlebahn, führt zunächst einige hundert Meter durch ein Wäldchen und quert dann schräg nach links am Hang sowohl Skipiste als auch Seilbahn. Danach braucht man nur noch den mit »18 E« gekennzeichneten und stellenweise geräumten Weg zu folgen. Teils durch Wald, teils über freies Feld stapfen wir den mittelsteilen Hang hinauf. |
Nach gut zwei Stunden ist die Bergstation der Bahn erreicht. In der nahe gelegenen Hörniehütte finden wir auf der windgeschützten Sonnenterrasse einen herrlich gelegenen Rastplatz. Etwas ausgeruht gilt es anschließend, gleich mehrere Gipfel zu erstürmen, denn das Hörnle, hat gleich drei davon. Der erste, das Vordere Hörnle, ist schon nach zehn Minuten erreicht. Der Blick reicht an manchen Tagen bis nach München. Richtung Süden sind das Ester und das Wetterstein-Gebirge sowie die Ammergauer und Allgäuer Alpen gut zu erkennen. Die Sicht wird mit jedem Gipfel besser. Nach dem Mittleren Hörnle krönt das Hintere Hörnle die Tour. Zum Abstieg nach Bad Kohlgrub nehmen wir unterhalb des Hinteren Hörnles eine ausgetretene Spur, die rechts ab in Richtung Tal führt, dem Wegweiser „18 E, Elmauberg" nach. Durch den tiefen Schnee stapfen wir im Wald zum so genannten Elmauberg — eine exponierte Stelle mit guter Aussicht -hinunter nach Bad Kohlgrub. Es geht nun etwas steiler in engen Serpentinen durch den Wald, bis wir auf einem Forstweg wieder auf die ursprüngliche Aufstiegsroute stoßen. Diesmal lassen wir die Guggenberg-Alm rechts liegen - und dies, obwohl dort große Kuchenportionen locken.
Wir steuern heute den rund 500 Meter talwärts gelegenen Urihof an. Je nach Geschmack sucht man sich in der Lärchenstube, im Salettl oder im Erkerzimmer ein Platzerl und erfreut sich am gehobenen Niveau der Küche. Als Vorspeise wählen wir winterliche Blattsalate mit gebratenen Rinderfiletwürfeln an Wacholderdressing — feinstes Ammergauer Biofleisch inmitten gesunder Vitamine — und getrüffelte Kartoffelsamtsuppe mit Vollkorncroutons. Es folgt ein kross gebratenes Staffelseer Saiblingfilet, zu dem uns ein Forstreiter Viridarium 2003 aus dem Kremstal empfohlen wird. Als letzten Gipfel des Tages lassen wir uns noch den Urihof-Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster schmecken. Urihof, Kienzerleweg 79, Bad Kohlgrub, Tel. 08845/7 47 30, www.urihof.de, tägl. bis auf die Woche vor Weihnachten geöffnet. Spezialität: Lammkrone unter der Oliven-Fetakruste mit Kartoffel-Bärlauchroulade und Tymianglace (19,50 Euro).