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Allgemeiner Hinweis:


Heute am 24.10 ist die Sesselbahn von 9-17 Uhr in Betrieb,letzte Bergfahrt 16 Uhr. Jedoch werden die Fahrzeiten bei Eintritt schlechterer Witterung oder zu geringer Fahrgastbeteiligung verändert, verschoben oder der Betrieb ganz eingestellt.
Revision ab 3. Nov.
Die Hörnle-Hütte geöffnet.

Talstation:08845/592


     


                       







  
 


WETTER: schön, Bergstation 20 cm Nassschnee  

Fernsicht: gut

Morgentemp: 2°C




 



 


 

SPEZIAL

Hochzeit auf
dem Hörnle

Das Ja-Wort 
unterm 
Gipfelkreuz

   HISTORISCHES



Geschichte der Hörnle Schwebebahn

Aufs Hörnle schweben - ein Traum wurde Wirklichkeit


Und so fing's an ... ein Blick zurück

1953/54 
Die Bundesrepublik Deutschland ... nach einer schrecklichen Notzeit - die Menschen leisteten sich wieder Kuren und Sport. 
Der Freistaat Bayern ... förderte den Fremdenverkehr. 
Bad Kohlgrub ... vorwärtsblickende Bürger und Gemeinderäte versuchen Weichen zu stellen für die Zukunft als Kurort - als Fremdenverkehrsort. 
Das Hörnle, der Bad Kohlgruber Hausberg. Ziel vieler Wintersportler aus dem Oberland, aus München - aus Augsburg ... 
Sehnsucht vieler Kurgäste, die Schwierigkeiten hatten, zu Fuß diesen herrlichen Aussichtsberg mit seiner guten Luft, seinen Wäldern und Almen zu ersteigen. 
Der Plan: Auf's Hörnle eine Schwebebahn zu bauen, die sowohl gehbehinderten Kurgästen, als auch Skisportlern und Wanderern eine kräftesparende Aufstiegshilfe sein kann. 
Die Probleme: Woher das Geld dafür nehmen? 
Die Lösung: Bürger, der Kur- und Verkehrsverein und die Gemeinde legten Mark um Mark zusammen und gründeten eine GmbH.

Eine Schwebebahn mit hoher stündlicher Beförderungsleistung und bequemer, sicherer Zu- und Aussteigmöglichkeit für ältere und gehbehinderte Menschen. 
Die Lösung: Schwenkdoppelsitze - eine Konzeption von Dipl.-Ing. Rieger. Drei Bahnen gab es weltweit schon (Pfronten, Sarajewo, Squaw Valley).




Und das waren die Männer die nicht locker ließen und die Bahn zustande brachten: 
Hans Reiner, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Bad Kohlgrub (sitzend), Otto Brda (2. v.l.) und Felix Schwarz als Bauleiter. 
Vom Kur- und Verkehrsverein: 
Eduard Schlichting (rechts), Dr. Leonhard Kopp und Georg Wimmer.





Interessante Zahlen aus der Bauzeit
Baubeginn: 04.08.1953  
Betriebseröffnung: 01.04.1954 
Zahl der am Bau beteiligten Arbeiter: 15  
Stundenlohn: DM 1,54 
Und das waren damals die Preise für: 
1 Wecken Brot DM 0,65 1 Maß Bier DM 0,89,
1 Breze DM 0,07, 1 VW DM 3.480,- 
Tägliche Arbeitszeit: 12 - 14 Stunden, beim Betonieren manchmal 39 Stunden in einem Stück.  

Gesamtkosten DM 348.000,-. 
Ein Einfamilienhaus kostete damals ca. DM 24.000,-  plus Grundstück 1 qm DM 10,-.
Aus dem gemeindlichen Haushalt 1953/54 stellte die Gemeinde DM 10.500,- zur Verfügung. DM 100.000,- wurden über Bankdarlehen finanziert. Der Rest wurde durch Einlagen des Kur- und Verkehrsvereins und zahlreicher Bürger bestritten.





Interessante Zahlen aus dem Betrieb der Bahn 
Länge: 2000 m 
Höhenunterschied: 500 m 
Zahl der Stützen: 20 
Stündl. Beförderungskapazität: 400 
Zahl der Doppelsessel: 100 
Antrieb: Elektromotor mit 100 PS, 
ab 1980 mit 140 PS 
Fahrpreis 1954: Berg- und Talfahrt DM 3,- 
 
Die Sicherheit - ein Markenzeichen der Hörnle-Schwebebahn. Tägliche Inspektionen durch das Liftpersonal; je zweimal jährlich Revisions­untersuchungen durch den TÜV, bzw. Oberbergamt München - die stets auf den guten Zustand der Bahn hinwiesen. Frühjahr und Herbst Bergungs­übungen durch die Bergwacht Bad Kohlgrub, in Zusammenarbeit mit der SAR Hubschrauberstaffel des Lufttransport­geschwaders 61 bei der Bundeswehr in Penzing. 
Ein bahnspezifisches Rettungsgerät wurde 1958 durch den damaligen Betriebsleiter Otto Brda in Zusammenarbeit mit Eduard Schlichting und Ernst Neser entwickelt. 

Technische Verbesserungen
1979 Einbau eines stufenlosen Antriebs: DM 349.000,-, damit konnten vor allem gehbehinderte Menschen mühelos und noch sicherer die Bahn benützen. 
Die Schwebebahn war vor allem in den Wintermonaten ein Anziehungspunkt für viele Skifahrer. Es ergaben sich oft längere Wartezeiten an der Talstation. Abhilfe konnte nur durch zusätzliche Lifte geschaffen werden.


Die Hörnle-Schwebebahn bekam Kinder


1966 Stockhang-Schlepplift 
Länge: 400 m  
Höhenunterschied: 100 m  
Zahl der Doppelbügel: 30  
Stündl. Beförderungsleistung: 900  
Kosten: DM 130.000,-

1973 Tannenbankerl-Schlepplift 
Ein ideales Übungsgelände für 
Anfänger. 
Länge: 700 m 
Höhenunterschied: 100 m  
Zahl der Doppelbügel: 62  
Stündl. Beförderungsleistung: 900  
Kosten: DM 250.000,-


Pistenpflege
In den ersten Jahren besorgten die Pistenpflege Mitglieder des SC Bad Kohlgrub und Schulklassen durch „Eintreten". Dafür gab's begehrte Freikarten. Seit 1968 steht eine Pistenraupe (Fabrikat „Leitner" - 250 PS - 4 m breit) zur Verfügung. Erfahrene Liftangestellte sind oft schon während der Nacht unterwegs, um die Abfahrtsstrecken zu präparieren.

Dank an die Bürger - Die Hörnle-Schwebebahn verdankt ihre Entstehung und ihren reibungslosen Betrieb vielen engagierten, verständigen und hilfsbereiten Bürgern: den jeweiligen Bürgermeistern mit ihren Gemeinderäten, den Grundstücksbesitzern, dem Liftpersonal, den Bergwachtlern der Bergwachtbereitschaft Bad Kohlgrub, den Genehmigungsbehörden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, dem Freistaat Bayern (Wirtschaftsministerium), dem Oberbergamt München, dem Technischen Überwachungsverein.

Für das Wohl der Gäste sorgten die jeweiligen Hüttenwirte der Hörnle-Hütte des Deutschen Alpenvereins, Sektion Starnberg. 
 

Text: Rudolf Schnell, Bad Kohlgrub