Allgemeiner Hinweis:
Heute am 19. Juni ist die Sesselbahn von 9 - 17 Uhr in Betrieb, letzte Bergfahrt 16 Uhr.
Hörnle-Hütte geöffnet
Tel-Nr. Talstation: 08845/592
WETTER: schön
Fernsicht: gut
Morgentemp. 20° C
SPEZIAL
| Hochzeit auf dem Hörnle Das Ja-Wort unterm Gipfelkreuz | ![]() |
HISTORISCHES
Geschichte der Hörnle Schwebebahn
Aufs Hörnle schweben - ein Traum wurde Wirklichkeit
Und so fing's an ... ein Blick zurück
1953/54
Die Bundesrepublik Deutschland ... nach einer schrecklichen Notzeit - die Menschen leisteten sich wieder Kuren und Sport.
Der Freistaat Bayern ... förderte den Fremdenverkehr.
Bad Kohlgrub ... vorwärtsblickende Bürger und Gemeinderäte versuchen Weichen zu stellen für die Zukunft als Kurort - als Fremdenverkehrsort.
Das Hörnle, der Bad Kohlgruber Hausberg. Ziel vieler Wintersportler aus dem Oberland, aus München - aus Augsburg ...
Sehnsucht vieler Kurgäste, die Schwierigkeiten hatten, zu Fuß diesen herrlichen Aussichtsberg mit seiner guten Luft, seinen Wäldern und Almen zu ersteigen.
Der Plan: Auf's Hörnle eine Schwebebahn zu bauen, die sowohl gehbehinderten Kurgästen, als auch Skisportlern und Wanderern eine kräftesparende Aufstiegshilfe sein kann.
Die Probleme: Woher das Geld dafür nehmen?
Die Lösung: Bürger, der Kur- und Verkehrsverein und die Gemeinde legten Mark um Mark zusammen und gründeten eine GmbH.
Eine Schwebebahn mit hoher stündlicher Beförderungsleistung und bequemer, sicherer Zu- und Aussteigmöglichkeit für ältere und gehbehinderte Menschen.
Die Lösung: Schwenkdoppelsitze - eine Konzeption von Dipl.-Ing. Rieger. Drei Bahnen gab es weltweit schon (Pfronten, Sarajewo, Squaw Valley).

Und das waren die Männer die nicht locker ließen und die Bahn zustande brachten:
Hans Reiner, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Bad Kohlgrub (sitzend), Otto Brda (2. v.l.) und Felix Schwarz als Bauleiter.
Vom Kur- und Verkehrsverein:
Eduard Schlichting (rechts), Dr. Leonhard Kopp und Georg Wimmer.
Interessante Zahlen aus der BauzeitBaubeginn: 04.08.1953
Betriebseröffnung: 01.04.1954
Zahl der am Bau beteiligten Arbeiter: 15
Stundenlohn: DM 1,54
Und das waren damals die Preise für:
1 Wecken Brot DM 0,65 1 Maß Bier DM 0,89,
1 Breze DM 0,07, 1 VW DM 3.480,-
Tägliche Arbeitszeit: 12 - 14 Stunden, beim Betonieren manchmal 39 Stunden in einem Stück.

Gesamtkosten DM 348.000,-.
Ein Einfamilienhaus kostete damals ca. DM 24.000,- plus Grundstück 1 qm DM 10,-.
Aus dem gemeindlichen Haushalt 1953/54 stellte die Gemeinde DM 10.500,- zur Verfügung. DM 100.000,- wurden über Bankdarlehen finanziert. Der Rest wurde durch Einlagen des Kur- und Verkehrsvereins und zahlreicher Bürger bestritten.


Interessante Zahlen aus dem Betrieb der Bahn
Länge: 2000 m
Höhenunterschied: 500 m
Zahl der Stützen: 20
Stündl. Beförderungskapazität: 400
Zahl der Doppelsessel: 100
Antrieb: Elektromotor mit 100 PS,
ab 1980 mit 140 PS
Fahrpreis 1954: Berg- und Talfahrt DM 3,-
Die Sicherheit - ein Markenzeichen der Hörnle-Schwebebahn. Tägliche Inspektionen durch das Liftpersonal; je zweimal jährlich Revisionsuntersuchungen durch den TÜV, bzw. Oberbergamt München - die stets auf den guten Zustand der Bahn hinwiesen. Frühjahr und Herbst Bergungsübungen durch die Bergwacht Bad Kohlgrub, in Zusammenarbeit mit der SAR Hubschrauberstaffel des Lufttransportgeschwaders 61 bei der Bundeswehr in Penzing.
Ein bahnspezifisches Rettungsgerät wurde 1958 durch den damaligen Betriebsleiter Otto Brda in Zusammenarbeit mit Eduard Schlichting und Ernst Neser entwickelt.
Technische Verbesserungen
1979 Einbau eines stufenlosen Antriebs: DM 349.000,-, damit konnten vor allem gehbehinderte Menschen mühelos und noch sicherer die Bahn benützen.
Die Schwebebahn war vor allem in den Wintermonaten ein Anziehungspunkt für viele Skifahrer. Es ergaben sich oft längere Wartezeiten an der Talstation. Abhilfe konnte nur durch zusätzliche Lifte geschaffen werden.
Die Hörnle-Schwebebahn bekam Kinder
1966 Stockhang-Schlepplift
Länge: 400 m
Höhenunterschied: 100 m
Zahl der Doppelbügel: 30
Stündl. Beförderungsleistung: 900
Kosten: DM 130.000,-
1973 Tannenbankerl-Schlepplift
Ein ideales Übungsgelände für
Anfänger.
Länge: 700 m
Höhenunterschied: 100 m
Zahl der Doppelbügel: 62
Stündl. Beförderungsleistung: 900
Kosten: DM 250.000,-
Pistenpflege
In den ersten Jahren besorgten die Pistenpflege Mitglieder des SC Bad Kohlgrub und Schulklassen durch „Eintreten". Dafür gab's begehrte Freikarten. Seit 1968 steht eine Pistenraupe (Fabrikat „Leitner" - 250 PS - 4 m breit) zur Verfügung. Erfahrene Liftangestellte sind oft schon während der Nacht unterwegs, um die Abfahrtsstrecken zu präparieren.
Dank an die Bürger - Die Hörnle-Schwebebahn verdankt ihre Entstehung und ihren reibungslosen Betrieb vielen engagierten, verständigen und hilfsbereiten Bürgern: den jeweiligen Bürgermeistern mit ihren Gemeinderäten, den Grundstücksbesitzern, dem Liftpersonal, den Bergwachtlern der Bergwachtbereitschaft Bad Kohlgrub, den Genehmigungsbehörden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, dem Freistaat Bayern (Wirtschaftsministerium), dem Oberbergamt München, dem Technischen Überwachungsverein.
Für das Wohl der Gäste sorgten die jeweiligen Hüttenwirte der Hörnle-Hütte des Deutschen Alpenvereins, Sektion Starnberg.
Text: Rudolf Schnell, Bad Kohlgrub





